Social Business – Von der Vision zur Tat

12. April 2012 | 0 Kommentare

Mit seinem Programm Die Armut besiegen beabsichtigt der Wirtschaftsprofessor und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus nichts Geringeres als genau das: den (bisher noch) Armen Chancen zu bieten, aktiv am Wirtschaftsleben teilzuhaben und weltweit die Armut abzuschaffen. Dass es hier um kein Gedankenexperiment eines Sozialromantikers, sondern um ein in der Realität umsetzbares Projekt geht, für welches sich in jüngster Vergangenheit auch bereits international tätige Unternehmen als wertvolle Partner gefunden haben, schildert Yunus mit beeindruckender Begeisterung.

Alles begann 1974 mit einem Kredit in Höhe von umgerechnet 27 US-Dollar. Mit dieser (für die westliche Hemisphäre) lächerlichen Summe kaufte Yunus in einem Dorf in Bangladesch 42 Opfer von Geldverleihern, die Wucherzinsen nahmen, frei. Daraus entstand die Idee, Kreditwürdigkeit auch bei Besitzlosen vorauszusetzen, um ihnen eine Chance für die wirtschaftliche Unabhängigkeit zu geben. Nachdem Yunus zunächst selbst für die Hilfsbedürftigen bürgte, machte er die Erfahrung, dass diese ihre Schulden pünktlich zurückzahlten und gründete die Grameen-Bank, die zukünftig sogenannte Mikrokredite an die Armen vergab. Diese wiederum konnten sich damit langfristig als selbständige Kleinunternehmer eine stabile Existenz sichern (zum Beispiel mit dem Verkauf von handgefertigten Produkten oder auch als Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen). Die Grameen-Bank hat heute über 2500 Filialen, die eigenständige Erwerbstätigkeit ist für die Mittellosen eine reale Option geworden. Darüber hinaus sind die Sozialunternehmen der Grameen-Gruppe inzwischen unter anderem in den Bereichen Gesundheit, Telekommunikation und Bildung tätig. » weiter … «

Was ist Wirtschaft? – Ausgewählte Texte von Nell-Breuning

14. Dezember 2011 | 0 Kommentare

In unserer Reihe Was kommt nach dem Kapitalismus nehmen wir Bücher ins Sortiment, die sich unter dem katholischem Gesichtspunkt mit wesentlichen Fragen des Zusammenlebens beschäftigen. Jedermann glaubt zu wissen, was Wirtschaft ist und wozu wir wirtschaften, tiefer darüber nachzudenken, haben die meisten Menschen kein Bedürfnis. Die aktuelle Krise dürfte dies ändern. Der Reformer und Jesuit Oswald von Nell-Breuning hat es getan. Seine Gedanken über die „rechte Ordnung der Wirtschaft“ sind in dem Buch Für die Soziale Marktwirtschaft – Oswald von Nell-Breuning – Reformer und Jesuit nachzulesen. In dem Buch werden sein Leben und Werk gewürdigt. Zahlreiche Zeugnisse von Schülern und Freunden ergänzen die Hinführung zu einer wegweisenden Persönlichkeit.

Was ist Wirtschaft?

Jedermann glaubt zu wissen, was Wirtschaft ist und wozu wir wirtschaften; tiefer darüber nachzudenken, haben die meisten Menschen kein Bedürfnis; es scheint die Mühe nicht zu lohnen. Sobald man allerdings kritische Fragen stellt, erweist diese vermeintliche Selbstgewissheit sich als Selbsttäuschung; auf harte Fragen, was denn das Hauptwort »Wirtschaft« und das Zeitwort »wirtschaften« genaugenommen besagen, bleiben selbst Fachleute der Wirtschaftswissenschaft die Antwort schuldig; in ihren Lehrbüchern findet man zwar meist klare Angaben über den Erkenntnisgegenstand, das ist darüber, was sie an der Wirtschaft interessiert; dagegen herrscht tiefes Stillschweigen über die Wirtschaft als Sachbereich oder Erfahrungsgegenstand, das heißt über das, was die Wirtschaft wirklich ist. Darum ist es durchaus kein Luxus, über diesen Sachbereich oder Erfahrungsgegenstand nachzudenken und Aufschluss zu suchen, denn erst dann, wenn wir uns hellbewusst klar darüber sind und Rechenschaft darüber abzulegen vermögen, was Wirtschaft zuletzt und zutiefst ist, erst dann sind wir imstande, unsere Aussagen und unsere Forderungen bezüglich rechter Ordnung der Wirtschaft einsichtig zu machen und schlüssig zu begründen.

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Was ist mit Begriffen wie „Leben“, „Ehe“ usw. wirklich gemeint? – „Lexikon Familie“ nun auch auf Russisch

19. August 2009 | 0 Kommentare

(MOSKAU) Das vom Päpstlichen Rat für die Familie herausgegebene Standardwerk Lexikon Familie ist dank einer Übersetzung, die Franziskaner angefertigt haben, seit kurzem auch in russischer Sprache erhältlich. Bisher hat es das Standardwerk, in dem Wissenschaftler eine Klärung wichtiger Begriffe rund um die Themen Familie, Leben und Bioethik vornehmen, in sieben Sprachen gegeben: Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Englisch, Arabisch und Deutsch.

In der Einleitung der russischen Ausgabe schreibt Kardinal Ennio Antonelli, Präsident des Päpstlichen Rates für die Familie, daß das Handbuch seinen Lesern ein nützliches Rüstzeug zur Beantwortung jener wichtigen Fragen mitgeben wolle, „die den Kern des kulturellen, ethischen und sozialen Diskurses über die Familie und das menschliche Lebe berühren“.

Das Lexikon beinhaltet 103 Einträge von Kinderarbeit bis Minderheitenschutz, von Demographie bis Reproduktionsgenetik, von Bioethik und Lebensschutz bis Euthanasie usw., die auf 1.066 Seiten kommentiert werden. » weiter … «