Adieu, Kindle – Von den Gefahren, die lauern, wenn man sich von Printprodukten verabschieden und auf eBooks umsteigen will

24. März 2012 | 0 Kommentare

Letztes Jahr war ich beruflich sehr viel auf Reisen, und da ich im Handgepäck nur sehr wenig Platz für die Reiseliteratur hatte, schaffte ich mir nach einigen Recherchen im Frühsommer einen Kindle 3 (mit Tastatur und WLAN) an. Technisch wirkte das Gerät am ausgereiftesten, und mit Calibre sollte man damit auch EPUB und andere Formate ins interne Mobi-Derivat umwandeln können, so daß ich annahm, dies würde ausreichen.

Zu der Zeit war für meine Lieferadresse Amazon USA zuständig, also bestellte ich dort das Gerät, das auch relativ zügig geliefert wurde. In der Folgezeit sparte ich schon einiges an Bücherregalplatz ein – eine Tatsache, die auch meine Frau sehr erfreulich fand. » weiter … «

Nicolás Gómez Dávila

17. Mai 2011 | 0 Kommentare

Nicolás Gómez Dávila (1913-1994), kolumbianischer Philosoph und katholischer Schriftsteller, dessen Leidenschaft die Provokation und dessen ausdrucksstarke Waffe der Aphorismus war, lebte als Privatgelehrter in seiner Heimatstadt Bogotà, die er nur selten verließ. Von dieser äußersten Peripherie aus übte er messerscharfe überwältigende, weil zeitlose Kritik an der Moderne, deren Ideologien und Anhängern.

Mit den Scholien eines „inbegriffenen Texts“ (der dazugedacht werden muß) provozierte er, wie kaum ein zeitgenössischer Denker die Progressiven aller Couleur, auf die er wie eine „prähistorische Bestie“ (Hernando Téllez) wirkte, deren bloße Existenz in Unruhe versetzt. Die Gewalt der dogmatischen Überzeugungen in Gómez Dávilas Texten und die arrogante Verachtung einer Moderne, die ohne Gott auszukommen meint, provozieren und skandalisieren unvermindert weiter.

In Europa erst spät durch den österreichischen Universalgelehrten Erik von Kuehnelt-Leddihn bekannt geworden, entfaltet Gomez Davilas Gedankensystem erst schrittweise seine Wirkung. Sein Werk ist wesentlich mehr als bloße „Krallenzeichen eines sehr kleinen Vogels im Schnee“ (Jens Jessen).

Seine katholische Fähigkeit, Kommunismus und Kapitalismus gleichermaßen zu verneinen, erscheint Anhängern moderner Ideologien als intellektueller Anachronismus, erschüttert jedoch deren Fortschrittsglauben und absurde Heilsversprechen einer Selbsterlösung bis ins Mark. Gómez Dávila wußte, daß er die Moderne nicht abschaffen kann. Mit pointierter Provokation greift er aber deren trügerische Weltbilder an, denn über ein kohärentes Weltbild verfüge nur Gott allein.

Um den Patienten heilen zu können, den sie im 19. Jahrhundert verwundete, mußte ihn die Industriegesellschaft im 20. Jahrhundert verblöden.

Der Preis für industriellen Wohlstand ist die Verblödung.

Der größte moderne Irrtum besteht nicht in der These vom toten Gott, sondern im Glauben, daß der Teufel tot sei.

Der moderne Mensch zieht aus den Katastrophen keine Lehre, sondern sieht in ihnen Unverschämtheiten des Universums.

Beide Systeme, Kommunismus und Kapitalismus, glauben an „eine Gesellschaft, in der der Mensch endlich Herr seines Schicksals ist“.

Ein erstes empirisches Indiz ist die Feindseligkeit des modernen Staates gegen tradierte Religionen, die der Demokratie mit ihrem Wahrheitsanspruch in die Quere kommen.

Wo das Christentum verschwindet, erfinden Habsucht, Neid und Geilheit tausend Ideologien, um sich zu rechtfertigen.

Der moderne Klerus glaubt, den Menschen näher an Christus heranzuführen, wenn er dessen Menschtum betont. – Er vergißt, daß wir Christus nicht vertrauen, weil er Mensch ist, sondern weil er Gott ist.

Dávila bei uns

Schnüffeln trotz Verbot des Bundesverfassungsgerichtes

14. März 2011 | 0 Kommentare

Einem Geschäftsreisenden, der bereits unter Beobachtung von Ermittlungsbehörden stand, wurde während einer Zollkontrolle ein unauffälliges Programm untergejubelt, das seinen Rechner fernsteuerte und ausspionierte.

DRadio Wissen sprach mit Constanze Kurz (CCC) über den aktuellen Fall, auf welchen juristischen Grundlagen sich die Ermittlungsbehörden dabei bewegen und wie man auf Schnüffelsoftware aufmerksam wird.

Anonym im Netz – Wie Sie sich und Ihre Daten schützen beschreibt Jens Kubieziel in diesem Buch. Weitere sehr interessante Bücher zum Thema listen wir hier auf.

Gegenrevolution – die Geschichtstheologie Joseph de Maistres

10. März 2011 | 0 Kommentare

Joseph de Maistre weckt in Abständen immer neu das Interesse von Essayisten und Wissenschaftlern. In Frankreich legte Marc Froidefont 2010 den Band „Thèologie de Joseph de Maistre“ vor, erschienen in den prestigeträchtigen Classiques Garnier in Paris. Tatsächlich scheint noch lange nicht alles zu Graf Joseph Marie de Maistre (1753-1821) geschrieben. Der Diplomat im Dienste der Herzöge von Savoyen war der Begründer der sogenannten konterrevolutionären Schule, einer katholischen Schule zur Interpretation der Geschichte und der Politik. Entsprechend wurde er vor allem von den Politikwissenschaften studiert. Obwohl sein politisches Denken letztlich auf einer Geschichtstheologie ruht, ist sein religiöses Denken weniger bekannt. » weiter … «