Filmtip: Stasi auf dem Schulhof – ein Film von Annette Baumeister

4. Januar 2012 | 0 Kommentare

4. Januar 2012 23:55bis5. Januar 2012 00:40

Der Film heute abend dokumentiert den perfiden Kindesmißbrauch der an DDR-Schulen zum Alltag gehörte: Die Anwerbung Minderjähriger als Inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit.

Die wenigsten Jugendlichen (kaum einer wagt darüber zu sprechen; die Schande mißbraucht worden zu sein, sitzt tief) gewann man, weil sie Spaß daran fanden oder ideologisch gefestigt im Sinne der SED galten. Sie wurden erpreßt, hatten meistens Probleme zu Hause, waren labil.

Es gab spezielle Fachbücher und Handreichungen und an der Stasi-Hochschule in Potsdam den Studiengang „Operative Psychologie“. Darum „reagierten“ die von der Stasi sorgsam ausgewählten Kandidaten meist wunschgemäß auf die „wissenschaftlich“ erprobten Einschüchterungsszenarien.

Der Film berichtet auch über die stillen bereitwilligen Helfer: Schulleiter, Lehrer und teilweise sogar die Eltern. So wurde z.B. die Schulakte, die die „Beurteilungen“ seit dem Kindergarten enthielten, bereitwillig der Stasi übergeben.

Das Bild zeigt das Internat in Wickersdorf. Allein in den 70er Jahren werden an dieser Schule über 15 Jugendliche von der Staatssicherheit als Inoffizielle Mitarbeiter angeworben.

(Bild: WDR/Puplic Domain)

Ernst Jünger. Arbeiter am Abgrund

8. November 2010 | 0 Kommentare

7. November 2010bis27. März 2011

im Deutschen Literaturarchiv Marbach.

Siehe auch, FAZ: Ausstellung: Ernst Jünger. In Zeichenschauern

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20-jähriges Jubiläum – Aus dem Literarischen Colloquium Berlin – Lesung: Peter Wawerzinek

2. September 2010 | 0 Kommentare

25. September 2010
20:05bis21:00

Gesprächspartner: Katja Lange-Müller und Peter Schneider/ Moderation: Hajo Steinert

Die monatliche Veranstaltungs- und Sendereihe ‚Studio LCB‘ feiert ihr 20-jähriges Jubiläum mit drei prominenten Berliner Schriftstellern: Peter Wawerzinek, Katja Lange-Müller und Peter Schneider.

Im Mittelpunkt des Abends steht die Lesung Wawerzineks aus seinem im Juni mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichneten Roman ‚Rabenliebe‚. Der 1954 in Rostock geborene Autor erzählt darin von seiner Kindheit.

Nachdem die Eltern in den Westen geflohen sind, wuchs der Junge in mehreren Kinderheimen auf, ehe er von einem Lehrerehepaar adoptiert wurde.

„Wie konnte meine Mutter mich verlassen?“, ist die bohrende Frage, die sich Peter Wawerzinek in seinem Leben immer wieder stellte, bis er endlich darüber schreiben konnte.

Äußerst berührend erzählt er, wie er sich auf die Suche nach der verlorenen Mutter begibt, einen – am Ende gescheiterten – Fluchtversuch unternimmt und sie – kurz nach dem Fall der Mauer 1989 – wiederfindet, um sie wiederum aus den Augen zu verlieren.

Wawerzinek fiel in den 80er- und frühen 90er-Jahren als Performance-Künstler, Musiker und Stehgreifpoet in den Provinzen der DDR und auch in der Ostberliner Bohème am Prenzlauer Berg auf.

Verschiedene Bücher erschienen (u.a. 1990 der Roman ‚Nix‘), ehe es lange Zeit still um ihn wurde. Nun ist er wieder da und feiert beim Publikum und in der Literaturkritik große Erfolge.

- Die Gesprächspartner des von Hajo Steinert moderierten Abends sind die in Ostberlin aufgewachsene Schriftstellerin Katja Lange-Müller, 2008 mit dem vom Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig vergebenen Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet, und der im Westen der Stadt seit 1962 lebende Schriftsteller und Publizist Peter Schneider, geboren 1940 in Lübeck.

Von seinen Erzählungen und Romanen erlangte vor allem ‚Der Mauerspringer‘ (1982) internationalen Ruhm.

Siehe auch: Rabenliebe. Eine Erschütterung