Gallus‘ Geschichte – Max Schär zeigt uns den ersten Schweizer Heiligen im Kontext seiner Zeit

9. Februar 2012 | 0 Kommentare

GallusBiographien stehen hoch im Kurs. Berühmtheiten aus Politik, Gesellschaft und Sport stellen sich in allen (oder zumindest vielen) persönlichen Details der Öffentlichkeit vor bzw. werden vorgestellt. Wenig später landet diese Vorstellung nicht selten auf der Bestseller-Liste. Oft genug finden sich gleich mehrere biographische Werke ganz vorn unter den meistverkauften Büchern. Doch nicht immer sind diese Lebensschilderungen auch literarisch hochwertig. Und nicht immer genügen sie dem Anspruch, den man laut Marcel Reich-Reinicki an Biographien stellen sollte, nämlich, daß sie das eigene Leben in Beziehung setzen zur Zeitgeschichte.

Der Theologe und Historiker Max Schär zeigt uns anhand des Heiligen Gallus, der zwischen 560 und 640 lebte und als der erste Heilige der Schweiz gilt, wie es richtig geht. Stilistisch gehoben, aber nicht abgehoben, präsentiert er Gallus als Kind seiner Zeit. Zwei unterschiedliche Fragestellungen führen dabei die Lebenszeichnung in zwei eng aufeinander bezogene Richtungen; erstens: Wie prägten die Umstände der Zeit das Leben des Heiligen?, und zweitens: Wie prägte dieser mit seinem Leben die Menschen und die Geschichte seiner Zeit und – wie bei einem Heiligen nicht anders zu erwarten – auch die seiner Nachfahren? » weiter … «

Erzbischof von Canterbury ermordet

29. Dezember 2009 | 0 Kommentare

29.12.1170: In der Kathedrale von Canterbury ermordeten vier britische Höflinge den Erzbischof von Canterbury, Thomas Becket. Becket war seit 1162 Erzbischof und verfocht unerbittlich kirchliche Rechte und päpstliche Interessen. 1164 kam es zum Bruch mit dem König, Heinrich II., nachdem dieser in der Konstitution von Clarendon die volle Schiedsgewalt über den Klerus beansprucht hatte. Becket floh nach Frankreich und konnte erst 1170 wieder nach Canterbury zurückkehren. Er ging jedoch weiterhin streng gegen königstreue Bischöfe vor, so daß dem König eine Äußerung entfuhr, die von vier Rittern als Mordauftrag verstanden wurde. Drei Jahre nach seiner Ermordung wurde er heilig gesprochen.

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Rocco Buttiglione und Michael Spangenberger (Hrsg.): Gott ist treu – Vorwort

19. Dezember 2009 | 0 Kommentare

Eine Festschrift herauszugeben über eine Persönlichkeit in voller Schaffenskraft hat nur einen Sinn, wenn sie sich nicht so sehr mit der Person des zu Ehrenden befaßt, als vielmehr mit den Inhalten, die ihn bewegen. Deshalb haben die Autoren dieser Festschrift sich geistige Geschenke überlegt, mit denen sie Paul Josef Kardinal Cordes beglückwünschen.

Die Autoren gehören zu den Wegbegleitern des Kardinals im Laufe seines jahrzehntelangen Dienstes für die Kirche und an der Welt. Es sind Männer und Frauen aus der Kirche in all ihren Facetten, es sind Politiker und Ökonomen, Wissenschaftler und Kulturschaffende, Menschen, die ihm aus Heimat und Herkunft verbunden sind.

Das Leben von Kardinal Cordes ist das eines Grenzgängers, der es mit der Interdisziplinarität ernst meinte. In seinem Dienst an der Welt hat er stets die Berührung und Nähe zu den anderen Kultursachgebieten, denen er stets mit Respekt gegenüber ihrer Eigengesetzlichkeit begegnete, gesucht. Als Priester und Theologe suchte er die Menschen auf allen Kontinenten in ihrer kulturellen Eigenart, in ihren Nöten und Problemen, in ihrer Freude am Glauben und bei der Suche nach Gott.

Gemäß seinem Wahlspruch vertraute er auf die Treue Gottes, derer er stets sicher ist. Dieser Dienst an den Menschen im Auftrage Christi führt ihn zu allen Generationen und Professionen, wobei ihm die Priester ein besonderes Anliegen waren. Kardinal Cordes besuchte die überfüllten Gefängnisse in Afrika, die Nichtseßhaften-Einrichtungen der Caritas, die Notgebiete in Lateinamerika, er saß im Militärhubschrauber zu den Mitbrüdern in Mazedonien, besuchte als erster Kardinal den serbischen Ministerpräsidenten Djindjic, gründete das Jugendzentrum San Lorenzo in Rom und schaffte die Voraussetzungen für die Weltjugendtage. Den kirchlichen Verbänden wandte er sich ebenso zu wie auch den neuen geistlichen Bewegungen als Zeichen einer jungen und aufbrechenden Kirche. Dabei bleiben ihm Heimat und Herkunft jene Plattformen, an die er sich stets rückbindet, gerade dann, wenn er dem Fremden und Neuen begegnet. Weltwirtschaftskongresse und Treffen mit der Weltbank sahen ihn ebenso wie Weltfrauenkonferenzen der UNO.

Immer blieb er dabei ein prinzipientreuer und offener Mensch mit einer Neugierde gegenüber innovativen Wegen zur Christusbegegnung und Glaubensverkündigung. Hier ist seine Neugierde auf Literatur- und Filmschaffende zu verstehen.

Seine Offenheit fußt dabei auf seiner Treue zur Kirche, seiner Loyalität gegenüber den Päpsten und seinem sentire cum ecclesia, die ihn stets als einen innovativen Konservativen adeln. Sein Leben stellt genau das dar, was wir unter Katholizität verstehen. Dabei als deutscher Kardinal einem deutschen Pontifikat unter Benedikt XVI. dienen zu können, ist gewiß ein Höhepunkt seines Lebens und Verpflichtung für die Zukunft.

Es bleibt uns der Dank an alle, die uns bei dieser Festschrift geholfen haben. Besonderer Dank gilt unserem Verleger Herrn Dr. Dirk Hermann Voß und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die diese Festschrift ermöglichten.

Rocco Buttiglione / Michael Spangenberger

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Rocco Buttiglione und Michael Spangenberger (Hrsg.): Gott ist treu

19. Dezember 2009 | 0 Kommentare

Papst Benedikt XVI.

Eminenz!

Lieber Freund Cordes!

In der Festschrift zu Deinem 75. Geburtstag möchte ich wenigstens mit einem Wort des Dankes und des Segens vertreten sein. Ich weiß nicht mehr, wann wir uns zum ersten Mal begegnet sind. Ein Bild von Dir habe ich zuerst in den 70er Jahren durch Deine Beiträge in der damals noch jungen Zeitschrift „Communio“ gewonnen. Was Du dort geschrieben hast, war einerseits immer aktuell auf konkrete und drängende Fragen der Gegenwart bezogen, andererseits aber durch den Blick für das Wesentliche gekennzeichnet, so daß der Leser durch die innere Logik der Sache zur rechten Antwort geführt wurde. Nachdem wir ungefähr ein Jahr gemeinsam der Deutschen Bischofskonferenz angehört hatten, bist Du nach Rom in den Päpstlichen Laienrat gerufen worden. Nur kurze Zeit später hat mich der Heilige Vater an die Spitze der Glaubenskongregation gestellt, so daß wir nun seit mehr als einem Vierteljahrhundert gemeinsam in der Ewigen Stadt leben. Mit Mut und Kreativität hast Du zu Beginn Deines römischen Wirkens neue Wege für die Jugend zu Christus hin aufgetan. Hinter den Häusern der Via della Conciliazione hast Du die alte Kirche Sankt Laurentius bei den Fischen gefunden, die damals als Zeichensaal einer Schule diente – ein altkirchliches Gotteshaus, das Du in seiner reinen Schönheit wiederherstellen ließest und zu einem Zentrum der Begegnung junger Menschen mit Christus gemacht hast. Auch das Werden und Wachsen der Weltjugendtage ist von Dir mitgeprägt worden. Besonders kennzeichnend für Deinen seelsorglichen Elan ist und bleibt Dein Einsatz für die „Bewegungen“: Die Charismatische Bewegung, Comunione e Liberazione und das Neokatechumenat haben Dir viel zu verdanken. Während die kirchlichen Organisatoren und Planer den Bewegungen zunächst recht reserviert gegenüberstanden, hast Du sofort das Lebendige gespürt, das da aufgebrochen war – die Kraft des Heiligen Geistes, der neue Wege schenkt und in unvorhergesehenen Weisen die Kirche immer wieder jung hält. Du hast das pfingstliche Wesen dieser Bewegungen erkannt und Dich leidenschaftlich für deren Annahme durch die Hirten der Kirche eingesetzt. Gewiß, dem Planen und Organisieren stand sehr oft Ärgerliches im Wege, weil Neues und Unvorhergesehenes aufbrach, das sich nicht immer und ohne weiteres in die gegebenen Ordnungen einfügen ließ. Du hast gesehen, daß das Organische wichtiger ist als das Organisierte. Du hast gesehen, daß hier Menschen von innen her durch den Geist Gottes berührt worden waren und so neue Weisen lebendigen Christseins und Kircheseins wuchsen. Gewiß, solche Bewegungen müssen geordnet und ins Ganze eingefügt werden; sie müssen lernen, ihre Grenze anzuerkennen und Teil der gemeinschaftlichen Wirklichkeit der Kirche in ihrer Verfassung mit Papst und Bischöfen werden. Insofern bedürfen sie der Lenkung, auch der Reinigung, um zu ihrer wahren Gestalt reifen zu können. Aber sie sind Gaben, für die man dankbar sein muß. Inzwischen sind sie als Geschenke Gottes an die Kirche unserer Zeit aus deren Leben nicht mehr fortzudenken. » weiter … «

Leopold, der Heilige

18. November 2009 | 0 Kommentare

Rezension von Prof. Dr. Josef Spindelböck

Der Doyen der mittelalterlichen Geschichtsforschung in Österreich, Univ. Prof. Dr. Karl Brunner, hat eine wichtige und interessante historische Untersuchung über das Leben und Werk des Babenberger Markgrafen Leopold III. von Österreich vorgestellt, der von 1075-1136 lebte und 41 Jahre lang die Geschicke seines Landes, der „marcha orientalis“ („Ostarrichi“), lenkte. Leopold heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau, deren Namen nicht bekannt ist, Agnes, die Schwester Kaiser Heinrichs V., welche bereits Witwe geworden war. Mit ihr hatte er mindestens 10 weitere Kinder, darunter die beiden Herzöge Heinrich II. Jasomirgott und Leopold IV. sowie die berühmten Bischöfe Otto von Freising und Konrad von Passau, später von Salzburg. Leopold wurde 1485 heilig gesprochen. Brunner ist sich der Problematik einer Leopold-Biografie voll und ganz bewußt. Er weiß sich dem Klosterneuburger Historiker und Chorherrn Univ. Prof. DDr. Floridus Röhrig zu Dank verpflichtet, der die wissenschaftliche Leopold-Forschung in grundlegender Weise vorangetrieben hat und auch dem jetzigen Autor mit Rat und Tat zur Seite gestanden ist. » weiter … «